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In der Corona-Krise ist die Bildungsgerechtigkeit akut bedroht


														Foto von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement
Beitrag von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement
veröffentlicht am 26. Mai 2020

Die Corona-Krise wird zum Turbo für die Digitalisierung des Bildungswesens. Vielerorts entstehen innovative Lösungen. Doch die Versäumnisse der Vergangenheit wiegen schwer und treffen ausgerechnet die Schüler, die am dringendsten Unterstützung benötigen.

Nach mehr als zwei Monaten öffnen jetzt die Schulen schrittweise ihre Türen. Zwei Monate, in denen sich SchülerInnen und Lehrkräfte nicht persönlich gesehen haben. Zwei Monate in denen plötzlich vieles möglich war, was zuvor undenkbar schien: Der Unterricht via Videokonferenz, die Hausaufgabenbesprechung per Messenger-Chat, der Versand digitaler Arbeitsblätter oder die Einbindung von Lernplattformen. Klar im Vorteil sind jetzt die Schulen, die den Einsatz digitaler Medien und Methoden schon länger erproben, doch die sind in Deutschland immer noch die Ausnahme. Während es andere Länder durchaus geschafft haben, auch im Lockdown einen geregelten Schulalltag zu organisieren, hängt es hierzulande vor allem vom Improvisationstalent und dem Engagement Einzelner ab, ob und inwieweit Schule überhaupt stattfinden kann. In einer Allensbach-Umfrage berichtet nur rund ein Drittel der befragten Lehrkräfte von einem Gesamtkonzept ihrer Schule für den Fern-Unterricht. Ein Viertel ist während der Krise komplett auf sich allein gestellt. So verwundert es nicht, dass es nur einem Drittel der Lehrkräfte gelungen ist, regelmäßig Kontakt zu allen SchülerInnen zu halten, die normalerweise in ihrem Unterricht sitzen.

Ein Teil der Kinder hat den Anschluss bereits verloren

Auch wenn vielerorts überraschend kreative Lösungen entstanden sind, haben sich in den vergangenen zwei Monaten die Versäumnisse vieler Jahre gnadenlos offenbart. Die verschleppte Digitalisierung des Bildungssystems hat sich in der Corona-Krise bitter gerächt – und das gerade an den Schülern, die eigentlich am dringendsten Unterstützung benötigen. Dabei hat Deutschland schon vor der Pandemie deutliche Rückschritte bei der Bildungsgerechtigkeit verzeichnet. Die letzte Pisa-Studie hat gezeigt, dass die Lücke zwischen starken und schwachen Schülern immer weiter auseinanderklafft. Beispiel Lesekompetenz: Inzwischen hat jeder fünfte 15jährige große Mühe, Texte zu lesen und zu verstehen, außerhalb der Gymnasien ist es sogar fast jeder Dritte. Wie gut Jugendliche lesen können, hängt zudem - wie der Schulerfolg insgesamt - beträchtlich von der sozialen Herkunft ab. Jetzt fürchten mehr als die Hälfte der von Allensbach befragten Lehrer, dass sich die soziale Ungleichheit noch verschärft. „Die Schulschließungen im Zuge der Corona-Krise werden den Zusammenhang zwischen Kompetenzen und dem sozioökonomischen Hintergrund der Kinder noch verschärfen“, warnt auch das IW Köln: „Ein nicht unerheblicher Teil der Kinder, die derzeit wegen des Coronavirus per Homeschooling unterrichtet werden, dürfte den Anschluss an den Schulstoff verloren haben.“

Die Ursachen sehen die IW-Forscher in beengten Wohnverhältnissen, fehlender elterlicher Unterstützung aber auch in mangelnder technischer Ausstattung: So haben zwar eigentlich rund 95 Prozent aller Zwölfjährigen Zugang zu einem Computer oder Tablet, einen eigenen PC oder Laptop besitzen aber nur 28 Prozent. Nochmal deutlich schlechter sieht es in Hartz-IV-Haushalten aus: Hier haben zwar immerhin auch 86 Prozent der Zwölfjährigen theoretisch Zugang zu einem Rechner, ein eigenes Gerät aber besitzen gerade mal 15 Prozent. Und mit der Technik allein ist es natürlich nicht getan, man muss sie auch sinnvoll nutzen können. Genau daran hapert es ebenfalls: Deutsche Achtklässler haben in punkto Medienkompetenz seit 2013 nichts dazu gelernt, so das ernüchternde Ergebnis der letzten ICILS-Studie. Insgesamt liegt Deutschland etwa im Mittelfeld der 14 untersuchten Länder, aber ein gutes Drittel der Schüler ist digital quasi schon abgehängt, sprich sie können gerade einmal eine Mail anklicken oder einen Link öffnen, sind jedoch unfähig, Informationen kompetent zu verarbeiten oder im Internet richtig zu recherchieren. Und auch an dieser Stelle gilt wieder: Kinder aus schlechter gestellten Gesellschaftsschichten liegen mit ihren digitalen Kompetenzen deutlich unter dem Durchschnitt. Und das bedeutet in der aktuellen Krise, dass sie sich wahrscheinlich schwer damit tun, digitale Lernangebote zu nutzen – sofern es denn überhaupt welche gibt.

Wir brauchen endlich verbindliche Standards für digitale Bildung

Diesen Teufelskreis gilt es schnellstmöglich zu durchbrechen. Denn schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Covid-19-Pandemie die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft noch weiter beschleunigt. Das Post-Corona-Zeitalter wird ein Digitales sein, geprägt von Zukunftstechnologien wie Machine Learning und Künstlicher Intelligenz. Das bedeutet auch, dass die Kinder, denen es heute schon an digitalen Schlüsselkompetenzen mangelt, am Arbeitsmarkt von morgen schlechte Chancen haben. Generell gilt: Wer nicht in der Welt des Digitalen ankommt, wer die Regeln nicht verstehen lernt und die Chancen nicht für sich zu nutzen weiß, wird im 21. Jahrhundert zunehmend benachteiligt sein. Deshalb brauchen wir nun endlich bundesweit verbindliche Standards für digitale Bildung, aber auch besondere Konzepte für digitale Chancengerechtigkeit, um Rückstände schnellstmöglich aufzuholen. Wir müssen verdeutlichen, wie der Unterricht in jedem Fach durch den Einsatz digitaler Medien bereichert wird und wie die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien fächerübergreifend gelingt. Und wir müssen endlich mehr Lehrer für die vielfältigen Möglichkeiten digitaler Medien begeistern – und sie entsprechend qualifizieren.

Lehrer, Schulen und Schüler haben in den letzten zwei Monaten viel gelernt. Vieles wurde möglich, was vorher undenkbar schien. Das ist auch eine Chance. Jetzt müssen diese Erfahrungen gebündelt und schnell ausgewertet werden. Der Flickenteppich aus vielfältigen und vielversprechenden Ansätzen, die in den vergangenen Wochen überall entstanden sind, muss in eine umfassende Digitalisierungsstrategie für das Bildungswesen überführt werden. Dabei müssen wir das Rad nicht unbedingt neu erfinden. Warum orientieren wir uns nicht am Pisa-Spitzenreiter Estland? Dort wird zwar pro Schüler weniger Geld als im OECD-Schnitt ausgegeben, aber die Schüler lernen Programmieren schon im Grundschulalter und die Lehrer werden im Umgang mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien von sogenannten „Bildungstechnologen“ unterstützt.

Digitale Bildung ist die entscheidende Voraussetzung für Teilhabe

Möglicherweise müssen wir uns aber endlich auch ein Stück weit von alten Überzeugungen trennen und uns für neue Wege öffnen. So bin ich fest davon überzeugt, dass die Wirtschaft einen positiven Beitrag zur Digitalisierung der Schulen leisten kann, ohne dabei deren Bildungshoheit zu gefährden. Ein Beispiel ist das von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem IW Köln getragene Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT, das Unternehmen, Lehrkräfte und Eltern zusammenbringt, um Jugendlichen einen erfolgreichen Start in die Berufswelt zu ermöglichen. Auch Microsoft Deutschland engagiert sich, um künftigen Arbeitnehmergenerationen ein zukunftsweisendes Set an IT-Skills zu vermitteln. Außerdem öffnen und erweitern wir unsere vielfach ausgezeichneten Initiativen für digitale Bildung und Qualifizierung und passen erfolgreiche Programme wie Code Your Life und IT Fitness an die inhaltlichen Bedürfnisse neuer Partner an.

Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt wie verletzlich wir alle sind. Vor dem Virus sind wir alle gleich, besiegen können wir es nur gemeinsam. Das gleiche gilt für die Bewältigung der großen Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Digitale Bildung ist die entscheidende Voraussetzung für Chancengleichheit und Teilhabe in der digitalen Welt. Deshalb sollten wir auch bei diesem Thema alle an einem Strang ziehen.

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