#GoldeneBlogger: Dorothee Bär über Verantwortung auf Instagram

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Am 09. März 2020 wird zum dreizehnten Mal der Social-Media-Preis „Goldene Blogger“ verliehen. Die Gewinner aus 18 Kategorien werden in diesem Jahr im Rahmen einer Gala bei Microsoft Berlin gekürt. Neben Youtuber Rezo, Journalismus-Shootingstar Samira El-Ouassil oder Moderator Kai Pflaume darf auch die Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär auf einen der begehrten Preise hoffen.
Wir haben sie gefragt in welcher Verantwortung sie sich als Blogger*in ohne Blog sieht und welche Plattform für sie am wichtigsten ist.

In welcher Verantwortung siehst du dich als reichweitenstarke Multiplikatorin auf Instagram und wie gehst du mit dieser Verantwortung um?
Ich sehe es generell als Politikerin als meine Aufgabe, Politik verständlich zu erklären und zu zeigen, dass Politik nicht nur harte Arbeit bedeutet, sondern sinnstiftend ist und Freude bringt. Sie geht uns alle an, es gibt keinen Bereich, der nicht von politischen Entscheidungen betroffen ist. Ich denke, das spiegelt mein Insta-Account auch wider. Wir müssen Politik so erklären, dass es für jede und jeden leicht zu erkennen ist, wie und wo sie betroffen sind. Transparenz ist das Stichwort. Das funktioniert sehr gut in der Kombination von Bildern. Die Kommentare und Nachrichten zeigen mir, dass es durchaus viele Menschen auf Instagram gibt, denen solche Themen wichtig sind. Insgesamt findet aus meiner Sicht gerade eine Politisierung vieler Influencer statt. Das begrüße ich natürlich sehr.
Mit welchem Thema sollten sich Blogger*innen, Instagramer*innen in diesem Jahr mehr beschäftigen?
Bloggen ist ja eine sehr persönliche Kommunikationsform. Es liegt in der Natur der Sache, dass hier jede und jeder ganz individuelle Schwerpunkte setzt, auch mal ab von den üblichen Schwerpunktthemen, die jeder Blog hat. Genau das macht Blogs ja so lesenswert und spannend, wenn man merkt, dass da jemand viel Herzblut reinsteckt. Welche Themen den Menschen nicht gefallen, merkt man ja ganz schnell an den Zahlen, das stelle ich leider oft bei ernsteren Themen fest. Ich würde sie aber deswegen nicht weglassen. Was definitiv wegfallen sollte, sind alle Postings und Kommentare, die Hass transportieren, sei es rechtsextremer oder frauenfeindlicher Art oder schlichtweg auf die Lebensweise eines anderen Menschen, die einem nicht gefällt. Grundsätzlich würde ich mich noch mehr über reichweitenstarke Blogs freuen, die helfen unsere Demokratie zu stabilisieren.

Welche Bedeutung haben die Plattform, auf der du am aktivsten bist, und deine Community für dich?
Für mich sind Plattformen wie Instagram eine wunderbare, direkte Kommunikation mit Menschen, die ich sonst vielleicht nie kennengelernt hätte. Das war zu Beginn bei Twitter so, dass ich viele interessante Menschen erst dort und dann persönlich getroffen habe und hat sich jetzt bei Instagram fortgesetzt. Immer mal wieder bekomme ich erstaunte Nachfragen aus meinem Büro, dass sich da jemand gemeldet habe, er oder sie hätte direkt mit mir kommuniziert und etwas ausgemacht. Da sind manchmal gleich mehrere Seiten überrascht, wie direkt die Kommunikation ist. ; ) Hinzu kommt, dass der sprichwörtliche Blick über den Tellerrand ganz bequem von überall aus möglich ist. Das erdet, eröffnet andere Perspektiven oder gibt einem einfach mal die Chance, über etwas zu schmunzeln.
Wie können oder sollten Unternehmen ihre Stimme im digitalen Umfeld nutzen?
Hier stehen wir meiner Meinung nach noch sehr am Anfang. Unternehmen tragen generell eine sehr große Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre Kundinnen und Kunden und natürlich auch in der gesellschaftlichen Diskussion. Die Menschen schauen immer öfter und viel genauer hin, was ein Unternehmen kommuniziert und was es dann auch tatsächlich umsetzt. Das wird natürlich durch die sozialen Medien viel leichter, denn positive wie negative Nachrichten verbreiten sich schneller, Zusammenhänge werden leichter erkannt. Unternehmen sollten ihre Stimme im digitalen Umfeld daher sehr bewusst nutzen, sonst verspielen sie Vertrauen. Klar ist aber auch, dass die Menschen zu bestimmten Themen ein deutliches Bekenntnis erwarten, hier fallen mir einige Themen ein, angefangen beim Thema Extremismus, Antisemitismus über Geschlechtergerechtigkeit bis hin zum Umwelt- und Verbraucherschutz.
Was wäre die eine Frage, die du Microsoft stellen würdest?
Wann kommt eine Anwendung, die meine Gedanken direkt aufschreibt? Die besten Ideen habe ich nämlich immer in der Dusche.